Medizinische Aufklärung: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Wenden Sie sich für Diagnosen und Behandlungen immer an einen Arzt.

Bakterielle Vaginose

Medizinisch überprüft von Min Clinic Staff | Aktualisiert: Januar 2026

Grundlagen

Beschreibung

Eine bakterielle Infektion der Scheide wird als Vaginose bezeichnet. Mediziner verwenden dafür auch die Bezeichnungen Gardnerellen-Infektion, Haemophilus vaginalis Infektion und Aminkolpitis. Es ist eine der häufigsten vaginalen Erkrankungen im geschlechtsreifen Alter.

Bakterien sind, in geringem Ausmaß, auch im Genitalbereich üblich. Ändert sich jedoch das Milieu der Scheide, können sich Bakterien leichter vermehren und Beschwerden verursachen. Gardnerellen (stäbchenförmige Bakterien) sind für ca. 40 % aller Scheideninfektionen verantwortlich.

Im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft, kann eine Aminkolpitis vermutlich zu vorzeitigem Blasensprung bzw. Frühgeburt führen. Andere Infektionen werden durch die Vaginose begünstigt. Deshalb sollte sie in jedem Fall behandelt werden und zwar auch dann, wenn die Beschwerden nicht übermäßig stark sind.

Ob eine symptomfreie Infektion vorliegt, kann (auch von Schwangeren) über den pH-Wert der Scheide getestet werden. Dazu sind in Apotheken spezielle Handschuhe erhältlich.

Gardnerellen verursachen bei Männern nur selten Symptome. Sie werden dennoch durch Geschlechtsverkehr übertragen.

Eine Behandlung ist empfehlenswert und sinnvoll, insbesondere bei häufigerem Auftreten.

 

Ursachen

Die bakterielle Vaginose wird durch eine Fehlbesiedelung der Scheide verursacht. Die „guten“ Bakterien der Vagina (z.b. Milchsäurebakterien) welche für die gesunde, sog. Döderleinflora, verantwortlich sind, werden durch diverse Keime verdrängt.

Insbesondere Gardnerellen (Stäbchenbakterien) können sich dann unbehindert ausbreiten. Fallweise wird eine Vaginose auch durch andere sexuell übertragbare Bakterien hervorgerufen:

  • Chlamydien
  • Mykoplasmen
  • Bacteroides
  • Clostridien