Glucose B. Braun Vet Care 5 g/100 ml Infusionslösung für Rinder, Pferde, Schafe, Ziegen, Schweine, Hunde und Katzen : Detailliertes Datenblatt
Was ist es und wofür wird es verwendet?
BEZEICHNUNG DES TIERARZNEIMITTELS
Glucose B. Braun Vet Care 5 g/100 ml
Infusionslösung für Rinder, Pferde, Schafe, Ziegen, Schweine, Hunde und Katzen
ANWENDUNGSGEBIET(E)
Dieses Tierarzneimittel wird Rindern, Pferden, Schafen, Ziegen, Schweinen, Hunden und Katzen durch intravenöse Infusion zur Behandlung einer Dehydratation (ohne Schock) verabreicht. Es dient als Ersatz von Wasser, wenn dessen orale Aufnahme oder Retention nicht möglich ist. Weitere Anwendungsge- biete sind die Korrektur einer Hypernatriämie (durch Ersatz eines Wasserverlusts) sowie die unterstüt- zende Korrektur einer Hyperkaliämie (durch Anregung der Insulinproduktion, die ihrerseits den Eintritt von Kalium aus dem Plasma in die Zellen bewirkt).
Die Infusion von Glucose B. Braun Vet Care 5 g/100 ml ist keine wesentliche Kalorienquelle, kann jedoch eine Hypoglykämie vorübergehend verbessern.
Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
Nicht an hyperglykämische Tiere verabreichen.
Dieses Tierarzneimittel ist nicht zur Korrektur bei hypotoner Dehydratation geeignet. Nicht anwenden bei Tieren mit bestehenden peripheren Ödemen infolge eines reduzierten intravaskulären onkotischen Druckes.
Dieses Tierarzneimittel eignet sich nicht zur alleinigen Deckung des Kalorienbedarfs oder als Ersatz für eine orale oder parenterale Ernährung.
Wie wird es angewendet?
DOSIERUNG FÜR JEDE TIERART, ART UND DAUER DER ANWENDUNG
Intravenöse Anwendung. Langsam als intravenöse Infusion verabreichen.
Die Infusionsrate für dieses Tierarzneimittel sollte 10 ml/kg Körpergewicht/Stunde nicht überschrei- ten, da sonst die Gefahr einer Glycosurie oder osmotischen Diurese besteht.
Die Berechnung der Infusionsrate sollte unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkrankung, des Körpergewichts und des Dehydratationsgrades des zu behandelnden Tieres erfolgen. Bei der Ermitt- lung des Gesamtvolumens der zu verabreichenden Flüssigkeit sind die bestehenden Defizite, der Be- darf für die Aufrechterhaltung der Hydratation sowie anhaltende Flüssigkeitsverluste zu berücksichti- gen.
Flüssigkeiten zur intravenösen Anwendung sollten vor der Verabreichung auf Körpertemperatur er- wärmt werden.
Während der Verabreichung sind aseptische Bedingungen einzuhalten.
Nur anwenden, wenn die Lösung klar und frei von sichtbaren Partikeln und das Behältnis unbeschädigt ist.
HINWEISE FÜR DIE RICHTIGE ANWENDUNG
Nur zum Einmalgebrauch bestimmt.
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
In sehr seltenen Fällen kann die Verabreichung des Tierarzneimittels durch intravenöse Infusion das Thromboserisiko erhöhen.
Die Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen sind folgendermaßen definiert:
- Sehr häufig (mehr als 1 von 10 behandelten Tieren zeigen Nebenwirkungen)
- Häufig (mehr als 1 aber weniger als 10 von 100 behandelten Tieren)
- Gelegentlich (mehr als 1 aber weniger als 10 von 1000 behandelten Tieren)
- Selten (mehr als 1 aber weniger als 10 von 10.000 behandelten Tieren)
- Sehr selten (weniger als 1 von 10.000 behandelten Tieren, einschließlich Einzelfallberichte)
Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht gewirkt hat, teilen Sie dies bitte Ihrem Tierarzt oder Apotheker mit.
Wie soll es aufbewahrt werden?
Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.
Die Flasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Ver- falldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Nach dem erstmaligen Öffnen der Flasche sofort verwenden. Nicht aufgebrauchte Infusionslösung ist zu entsorgen.
Weitere Informationen
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren:
Dieses Tierarzneimittel enthält keine Elektrolyte. Bei Patienten, die Infusionen dieses Tierarzneimit- tels erhalten, muss der Elektrolyt- und Phosphathaushalt engmaschig überwacht und die Behandlung entsprechend angepasst werden.
Dieses Tierarzneimittel sollte bei Patienten mit folgenden Erkrankungen mit besonderer Vorsicht an- gewendet werden:
Diabetes mellitus
Intrakranielle oder intraspinale Blutungen Anurie
Morbus Addison
Eine schwerwiegende oder länger bestehende Hypernatriämie sollte schrittweise korrigiert werden.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Keine.
Trächtigkeit und Laktation:
Nur anwenden nach entsprechender Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen:
Es liegen Informationen über Unverträglichkeiten mit bestimmten Antibiotika (z. B. Beta-Lactam-An- tibiotika, Tetracyclinen, Sulfadiazin-Natrium) und Heparin vor.
Überdosierung (Symptome, Notfallmaßnahmen, Gegenmittel):
Eine Überdosierung (Verabreichung einer zu großen Infusionsmenge) kann zu Hyperhydratation, Hy- pertonie und extravaskulärer Flüssigkeitsansammlung führen. Ein mögliches Symptom ist Atemnot. Im diesem Fall ist die Infusion von Flüssigkeit zu reduzieren oder einzustellen und bei Bedarf Sauerstoff, Diuretika und eine Begleittherapie zu verabreichen. Während der Verabreichung Atem- und Herzfre- quenz, Flüssigkeitsausscheidung, Elektrolythaushalt und Blutzuckerwerte überwachen.
Die übermäßige Verabreichung von Glucose kann zu Hyperglykämie, Glucosurie und Polyurie führen.
Inkompatibilitäten:
Dieses Tierarzneimittel ist mit Calcium-Dinatrium-EDTA, Histamin-Diphosphat, Warfarin-Natrium und Thiopental-Natrium inkompatibel.
Das Mischen mit anderen Tierarzneimitteln kann zu Inkompatibilitäten führen. Die Überprüfung der Kompatibilität einer Mischung liegt in der Verantwortung des Anwenders.
Glucoselösungen sollten nicht gleichzeitig mit sowie nicht vor oder nach der Verabreichung von Blut- konserven in demselben Infusionssystem verabreicht werden, da dies zu einer Pseudoagglutination füh- ren kann.
Zuletzt aktualisiert: 11.03.2021
